Klimapolitik

Angesichts des Schneckentempos – nein, Rückwärtsgangs – der aktuellen Klimapolitik stehen uns die Haare zu Berge. Laut aktuellem bergrechtlichem Rahmenbetriebsplan soll im rheinischen Revier bis 2045 Braunkohle abgebaut werden. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen eine zeitliche Befristung des Braunkohleabbaus aus. In Brandenburg wird gar über die Neuaufschließung von Tagebauen in der Lausitz diskutiert. Auch die Bundesregierung traut sich nicht, die heilige Kohlekuh anzutasten. Der „Klimaschutzplan 2050“ enthält kein klares Datum für den Kohleausstieg. Die Absage an neue Kraftwerke und Tagebauerweiterungen wurden auf Betreiben von Kohlelobby und Wirtschaftsministerium herausgestrichen.

Normalerweise finden wir Entschleunigung super! Aber wenn wir uns die CO₂-Uhr des Mercator Research Institute (MCC) anschauen, werden wir echt nervös. Hier können wir mitverfolgen, wie jede Sekunde unser verbleibendes Kohlenstoffbudget schwindet. Nach den optimistischeren (!) Schätzungen werden wir das CO₂-Budget, das die Menschheit noch emittieren darf, um das 1,5 Grad Ziel einzuhalten, im Mai 2021 verbraucht haben.

Die Regierenden ergreifen keine Maßnahmen, die dieser dringlichen Lage gerecht werden. Darum müssen wir Klimaschutz selbst in die Hand nehmen!